Internationale Klassifikation psychischer Störungen

Thema: Die internationale Klassifikation psychischer Störungen

Leitung: Prof. Dr. mult. Kurt Guss

Termin: 23. bis 27. April 2012 (Montag bis Freitag)

Termin: 23. bis 29. April 2012

Der deutsche Psychiater Emil Kraepelin ist der Vater der Unterteilung in endogene, exogene und psychogene Psychosen. Diese Klassifizierung und diese Begriffe sind in der Welt der Psychiatrie nicht mehr wegzudenken. Kraepelin orientierte sich bei seiner Trias an der Ätiologie psychischer Störungen. 

In der internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation tritt die Frage nach den Ursachen in den Hintergrund. Statt dessen geht es dort um die möglichst genaue Beschreibung der psychischen Auffälligkeiten.

Die Psychologie der Elementarfunktionen (Bewusstsein, Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis, Affektivität, Antrieb u.a.) ist die Grundlage für das Verstehen der entsprechenden Störungen, für die Psychopathologie.

In diesem Seminar wird eine illustrierte Einführung in die internationale Klassifikation psychischer Störungen geboten, es werden die Methoden der psychopathologischen Befunderhebung und der psychiatrischen Diagnostik vorgestellt und interessante Fallbeispiele diskutiert.

Erst durch das Studium einschlägiger Krankheitsbilder gelangen wird zu brauchbaren Diagnosen. Brauchbar ist eine Diagnose, wenn sie uns erlaubt, einem Patienten optimal zu helfen. Daher kommen in diesem Seminar ebenfalls die Arten und die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention zur Sprache.


Psychische Störungen

Behandelte Inhalte

Montag, 23. April: Einführung und Organische Psychosen.
Klinische Psychologie,  Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigen sich mit der kranken Seele und den Möglichkeiten ihrer Heilung. Am ersten Seminartag besprechen wir Fallbeispiel organischer Psychosen und diskutieren die Interventionsmöglichkeiten.

Dienstag, 24. April: Substanzabhängigkeit

Die Abhängigkeit von psychotropen Substanzen ist eine der häufigsten Erkrankungen der menschlichen Seele und ihres Körpers. Wir lernen diese Krankheit anhand ausgewählter Fallbeispiele kennen und überlegen, wie mit ihr umzugehen ist.

Mittwoch, 25. April: Kognitive Psychosen

Schizophrenie, schizotype Störung, Hebephrenie und Katatonie zählen zu den kognitiven Psychosen, doch ist bei diesen rätselhaften Erkrankungen nicht nur die Kognition gestört. Dass zeigen uns Fallbeispiele und Interventionsmöglichkeiten, die wir an diesem Seminartag besprechen.

Donnerstag, 26. April: Affektive Psychosen

Depressionen, Manie und bipolare Störung sind die wichtigsten Beispiele affektiver Psychosen. Ausgewählte Fallbeispiele lehren uns, vor allem die depressiven Erkrankungen schnell und sicher zu erkennen, um der latenten Suizidgefahr wirkungsvoll begegnen zu können.

Freitag, 27. April: Neurosen und Persönlichkeitsstörungen

Neurosen, Angst- und Zwangsstörungen sind psychische Erkrankungen, deren Lebenszeitprävalenz sehr hoch ist: fast jeder von uns hat mit ihnen einmal zu tun. Was aber kann helfen, 


Ivan Terentjev

In der letzten Aprilwoche veranstaltete das Internationalen Zentrum für Klinische Psychologie und Psychotherapie ein Seminar über die internationale Klassifikation psychischer Störungen. Eingeladen hierzu war ein Spezialist aus Deutschland: Prof. Dr. mult. Kurt Guss (promoviert in Philosophie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik und Rechtswissenschaften). Das Seminar diskutierte die Probleme der Diagnostik und Klassifikation psychischer Störungen und bearbeitete Beispiele der verschiedenen Erkrankungen. Professor Guss ist neben seiner Lehrtätigkeit auch ein praktizierender Psychotherapeut, der es den Teilnehmern ermöglichte, an seinen Erfahrung in der Psychodiagnostik und Therapie teilzuhaben.


Das Seminar war sehr lebendig, in einem ständigen Dialog zwischen den Teilnehmern und dem Vortragenden. Professor Guss motivierte mit vielen Fragestellungen und war auch gerne bereit, auf die Fragen der Gruppenteilnehmer einzugehen. In den Pausen zwischen den Arbeitseinheiten diskutierten die Teilnehmer verschiedene Themen aus ihrer beruflichen Tätigkeit mit Professor Guss und Professor Hans-Werner Gessmann, Direktor des Internationalen Zentrums für Klinische Psychologie und Psychotherapie, der ebenfalls an dem Seminar teilnahm und seine Erfahrungen in die Gespräche mit einbrachte.


Nach dem Seminar wurden den Teilnehmern Zertifikate über ihre neu erworbenen Kenntnisse überreicht und Bücher, die speziell für das Seminar-Zentrum hergestellt wurden. Zum Abschluss sprach der Leiter des Zentrums Professor Gessmann über zukünftige Treffen und Workshops, welche zukünftig stattfinden sollen, und nahm gerne die Anregungen aus dem Teilnehmerkreis für die Planung auf.