Russisch-Deutsches Training im Humanistischem Psychodrama

Evgeny Sheronov und Hans-Werner Gessmann

Evgeny Sheronov und Pavel Sevastyanov, Mitarbeiter des Internationalen Zentrums für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Pädagogisch-Psychologischen Instituts der Kostromaer Staatlichen Nekrassow Universität, nahmen von 30. Januar bis 12. Februar 2014 am Seminar “Humanistisches Psychodrama” unter Leitung ihres wissenschaftlichen Betreuers Prof. Dr. Hans-Werner Gessmann im Psychotherapeutischen Institut Bergerhausen (Deutschland, Duisburg) teil. Pavel und Evgeny wurden in die russisch-deutsche Ausbildungsgruppe aufgenommen, die aus den Kollegen der Moskauer Staatlichen Psychologisch-Pädagogischen Universität sowie aus Psychologen bestand, die in sozialen Einrichtungen Duisburgs und umliegender Städte berufstätig sind. Dr. Rimma Chirkina, Leiterin des Laboratoriums für Jugendtechnologien der MSPPU, begleitet als Koordinatorin die russischen Teilnehmer.

E. Sheronov: „Obwohl diese Reise nicht mehr unser erstes Praktikum in Deutschland war, hatten wir uns darauf sehr sorgfältig vorbereitet. Die Reise bis zum Zielort nahm 9 Stunden: Kostroma-Moskau, Moskau-Düsseldorf, Düsseldorf-Duisburg. Prof. Dr. Hans-Werner Gessmann, Direktor des PIBs, empfang uns sehr herzlich. Nahrung und Aufenthalt wurden von seinem Institut organisiert.

 

Der Schachspieler
www.körperwelten.de

Am nächsten Tag besuchten wir eine anatomische Ausstellung „Koerperwelten“ in der Stadt Bochum. Aktuell ist diese Ausstellung von mehr als 37 Millionen Menschen besucht worden. 200 echte menschliche Körper, u.a. Plastinate einzelner Körperteile und Organe, sind ausgestellt, die nach der Meinung der Organisatoren, geeignet sind, um den Besuchern den Funktional, die Möglichkeiten und die Schönheit des menschlichen Körpers zu demonstrieren. In der ganzen Welt wird über die etische Seite der Erzeugung solcher Exponate diskutiert.

Psychodramagruppe 2014

Nach einer kurzen Erholungszeit vertieften wir uns in die Seminare. Die Lehrveranstaltungen fanden jeden Tag  von 10 bis 16 Uhr statt. Nicht nur Humanistisches Psychodrama, sondern auch die deutsch-russische Zusammensetzung der Gruppe war für uns höchst interessant.

Pavel Sevastyanov übersetzt simultan

Pavel Sevastyanov führte die Simultanübersetzung der Arbeit des Professors sowie die Rückmeldung aus, was  den russischen und deutschen Gruppenteilnehmern die Zusammenarbeit ermöglichte. Das waren sehr interessante Erfahrungen! Am Ende jeder Veranstaltung schrieben wir Protokol. Das ermöglichte uns, dass wir ein Zertifikat über unsere Teilnahme amAusbildungsprogramm im Institut erhalten. Um den Diplom des Psychodrama-Assistenten zu bekommen, benötigen die Teilnehmer 208 Seminarstunden, 40 Stunden Supervision, sowie eine geschriebene theoretische Arbeit zum Thema Humanistisches Psychodrama. Auch soll die Prüfung bestanden werden. Wir haben vor, die Ausbildung beim Prof. Gessmann fortzusetzen, dazu gibt es Möglichkeit dafür im Internationalen Zentrum für klinische Psychologie und Psychotherapie der KSU (ICCPP). Schon mehrere Jahre arbeitet Prof. Gessmann im April und September im ICCPP. In der Mitte unserer Ausbildung besuchte uns die Schulgruppe aus Moskau. Prof. Gessmann erzählte ihnen de Geschichte seines Instituts, das ein der ältesten privaten psychotherapeutischen Instituten in Deutschland ist. Die Schüler bekamen große Interesse daran und begannen zu fragen.

Pro Paraguay Initiative - Hermann u. Ute Schmitz

Im Mittelpunkt unserer Ausbildung wurden wir in die Stadt Kempen zu einer zweiten besonderen Ausstellung eingeladen.  Hermann und Ute Schmitz  beschäftigen sich seit 20 Jahren mit der Wohltätigkeit in Paraguay: Sie entwickeln Stiftungen für humanitäre Hilfe, leisten kostenlose medizinische Hilfe. Mit dieser Ausstellung wollten sie die Aufmerksamkeit der Besucher auf die Lebensweise der einheimischen Paraguayer, ihre sozialen und alltäglichen Probleme lenken. Nach der Ausstellung, während eines gemeinsamen Abendessens in einem türkischen Restaurant erzählte uns Hermann Schmitz über seine Initiativen, darüber, was getan ist und was noch geplant ist. Eine größere Zahl von Menschen in seiner Umgebung ist bereit, über lange Zeit sich zu engagieren, um den Bedürftigen zu helfen.

Am letzten Tag unserer Reise wurden wir vom Musiktherapeuten Lüdger Sümpelmann in die Stadt Mühlheim zu Besuch eingeladen. Lüdger machte uns mit den Organisationen bekannt, wo er mit Kindern und Jugendlichen arbeitet. Eine davon – „Ginko“ – ist eine Stiftug zur Suchtprophylaxe (Alkoholkonsum, Rauchen, Drogen). Armin Köppe, Mitarbeiter der Stiftung, machte uns mit seiner professionellen Tätigkeit bekannt. Wir waren erstaunt, wie groß die Organisation ist, und wie viele Methoden sie benutzt. Zum Beispiel, im Nordrhein-Westfallen gibt es rund 130 Zweigstellen. Wir besuchten auch einige Kinderheime besucht, wo man mit den Kindern mit komplizierter sozialen Situation und Schwierigkeiten in der psychischen Entwicklung arbeitet. Es ist interessant, dass die in einer und derselben Einrichtung, die sehr gut ausgestattet ist,  wohnen, lernen und therapeutisch behandelt werden.

Die Freizeit am Abend und noch ein freier Tag ermöglichten uns, dass wir die Ausbildungs- und Reiseprogramm durch deutsche Städte vereinbart hatten. Wir sprechen unseren Dank an die Leitung der Kostromaer Staatlichen Nekrassow Universität, an die Leitung des Psychotherapeuthschen Instituts Bergerhausen und an Prof. Dr. Hans-Werner Gessmann persönlich aus.