KTMS

Bei dem KTMS handelt es sich um den Kostromaer Studieneignungstest für Medizinische Studiengänge.

Er hilft bei der Selektion geeigneter Studenten für ein Medizinstudium.

Der KTMS wird in Anlehnung an amerikanische und europäische Leistungstests entwickelt und entspricht in der Konstruktion dem TMS, der seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland erfolgreich von den Universitäten genutzt wird.

Der KTMS ist keine Übersetzung und Adaption des TMS an russische Gegebenheiten, sondern wird mit neuen Aufaben nach den Prinzipien der klassischen Testkonstruktion neu entwickelt.

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Die Entwicklung des Kostromaer Studieneignungstests für medizinische Studiengänge wird auf dem deutschen ÜTMS basieren, der von Hans-Werner Gessmann entwickelt wurde. Es handelt sich dabei nicht um die Übersetzung oder Adaption des TMS für Russland, sondern es ist eine Neuentwicklung des Tests notwendig.

Der Test für medizinische Studiengänge (TMS) ist ein Studieneignungstest. Er wurde im Auftrag der deutschen Kultusministerkonferenz (1978)  unter der Vorgabe entwickelt, mögliche Dimensionen der Studienneigung repräsentativ zu erfassen, um in Ergänzung zur Abiturnote ein weiteres verlässliches Zulassungskriterium im Rahmen des Numerus Klausus verwenden zu können.

Ziel war und ist es, die individuelle Studieneignung möglichst objektiv und zuverlässig mit einem psychologischen fachspezifischen Eignungstest einzuschätzen. Die Verwendung der Abiturnote als Zulassungskriterium ist mit dem Problem verbunden, dass Unterschiede der Bewertungsmaßstäbe zwischen Ländern, Bildungswegen, den Geschlechtern etc. zu Verzerrungen führen können. Die Verwendung eines Ausgleichsschlüssels wegen der unterschiedlichen Notendurchschnitte in den verschiedenen Bundesländern kann dies nur bedingt korrigieren. Der Test ist unabhängig von solchen Unterschieden und sorgt für eine Verbesserung der Chancengleichheit bei der Zulassung.

Der TMS wurde in den Jahren 1986 bis 1996 bei der Auswahl der Bewerber für einen Studienplatz im Fach Medizin routinemäßig eingesetzt und laufend aktualisiert, jedes Jahr kam eine neue Testfassung zur Anwendung. Der Test wurde abgeschafft, als die Bewerberzahl im Fach Medizin nicht mehr deutlich über der Zahl der Studienplätze lag und der hohe Aufwand dieses Tests nicht mehr gerechtfertigt erschien.

Da die Studienbewerbungen wieder stark angestiegen sind, wird der Medizinertest wieder eingeführt. Zum Wintersemester 2006/2007 hat die Universität Leipzig erstmals wieder ein universitätseigenes Auswahlverfahren durchgeführt. Für Bewerbungen ab dem Wintersemester 2007/08 wurde auch in Baden-Württemberg der Medizinertest wieder ins Leben gerufen. Ab dem Jahr 2008 werden die Testergebnisse nicht nur durch die bereits genannten Universitäten berücksichtigt sondern auch durch die Universität zu Lübeck.

Nach der Übersetzung des ÜTMS muss dieser in einer russischen Stichprobe von Studenten geprüft werden. Wir werden die Studenten der medizinischen Hochschule testen, die am Anfang des Studiums sind (Anfang des ersten Semesters). Für die erste Testdurchführung benötigen wir eine kleinere Stichprobe. Danach arbeiten wir an der Itemanalyse. Wir prüfen das Niveau der Itemschwierigkeiten und der Trennschärfen, die Selektionskennwerte sowie die Testhomogenität. Hierzu werden verschiedene statistische Methoden genutzt. (Für die weitere Testentwicklung ist es wichtig, Objektivität, Reliabilität und Validität zu untersuchen. Dies soll in einer gesonderten wissenschaftlichen Arbeit betrachtet werden.) Aufgrund der Ergebnisse wird der Test revidiert, danach wird eine zweite Testdurchführung unternommen. Falls nach der zweiten Itemanalyse die Ergebnisse den notwendigen Kriterien entsprechen, kann  die Entwicklung des KTMS abgeschlossen werden. Es soll außerdem geprüft werden, welche Variablen Einfluss auf die Testergebnisse nehmen. Hiermit wird die Diplomarbeit abgeschlossen.

In der weiteren wissenschaftlichen Arbeit versuchen wir den Zusammenhang zwischen den guten Testergebnissen und dem Erfolg beim Studium zu finden. Falls dieser Zusammenhang exsistiert, können wir den Erfolg der Medizinstudenten vor dem Studium prognosieren. Solcherweise kann dieser Test bei dem Studentenauswahl während der Studienplätzeverteilung helfen.